zur Startseite

Sommergrüne Rhododendron-Hybriden

Alle Gruppen der sommergrünen Rhododendron („Azaleen“) -Hybriden sind durch Kreuzung entstanden. Obwohl alle Azaleen zu den Rhododendron gehören, hat sich der früher bekannte Name „Azalea“ aus praktischen Gründen in den Baumschulen bis heute erhalten.

Die Eltern der heutigen Sorten stammen aus Ostasien, Kleinasien und Nordamerika.

Unter den sommergrünen, d.h. laubabwerfenden Azaleen sind die Knap-Hill-Hybriden heute die bekannteste und am weitesten verbreitete Gruppe.

Diese bedeutungsvolle Sortengruppe umfasst sommergrüne Hybriden, deren Züchtung um 1870 in der Knap Hill Nursery (A. Waterer) in England ihren Anfang nahm. Die genaue Abstammung der Pflanzen ist bis heute ungeklärt. Erst nach 1945 wurden die ersten dieser Hybriden in Deutschland bekannt und erregten durch ihre Neuartigkeit und Schönheit Aufsehen bei den Pflanzenliebhabern.

Die hervorstechenden Merkmale dieser Hybriden-Gruppe sind: – jährlich überreiche Blütenfülle mit großen, weit geöffneten Blüten; bei manchen Sorten treten auch gefüllte oder duftende Blüten auf – außergewöhnliche Farbenvielfalt mit neuen Farbtönen und enormer Leuchtkraft – gesunder Wuchs und Anpassungsfähigkeit an weniger günstige Böden – besonders für sonnige Standorte sehr gut geeignet – wunderschöne Herbstlaubfärbung von orange bis bronzerot – alle Sorten sind vollkommen winterhart bis – 30° C

Die anderen sommergrünen Azaleen-Gruppen sind größtenteils von den Knap-Hill-Azaleen-Hybriden übertroffen und nahezu verdrängt worden. Trotzdem besteht aber immer noch ein Bedarf an diesen zum Teil sehr alten Züchtungen. Sie verlangen einen reichlich mit Humus vermengten Boden und regelmäßige Versorgung mit Nährstoffen, da sie andernfalls frühzeitig vergreisen und trockene Triebe und wenig Laub aufweisen. Ein weiterer Grund, daß sie heute weniger in den Sortimenten zu finden sind als die Knap-Hill-Hybriden, liegt besonders bei den Azalea Rustica-Hybriden und den Genter Azaleen in der meist schwierigeren Vermehrung durch Veredlung.
Die Blütezeit erstreckt sich von Mitte Mai bis Mitte Juni. Das Farbspektrum reicht von weiß und gelb bis orange, rosa und rot. Azalea-Rustica-Hybriden zeigen gefüllte Blüten. Bei Azalea pontica sind Sorten mit gefüllten und duftenden Blüten zu finden. Occidentalis-Hybriden haben ebenfalls duftende Blüten mit einem von Rh. occidentale geerbtem Fleck. Die duftenden Blüten der Viscosa-Hybriden sind eher klein und entwickeln sich erst im Juni.

Die Pflanzenhöhe von Azalea mollis, Azalea rustica und Azalea viscosa liegt bei ca. 1,5 m, die anderen Gruppen erreichen Höhen von 2-3 m. Sie vertragen auch einen stärkeren Rückschnitt gut, wenn die Pflanzen gesund sind.

Sie lassen sich gut verwenden als Farbkontrast in Kombination mit immergrünen Rhododendron-Hybriden oder benachbart mit ruhig wirkenden Nadelgehölzen. Auch einzeln oder in kleinen Gruppen bieten diese Züchtungen mit ihrem hohen Schmuckwert wirkungsvolle Gestaltungsmöglichkeiten.

Alle Azaleengruppen sind sehr winterhart. Ihre Eignung für alle Gartengrößen ist seit Jahrzehnten bekannt. Bei der Zusammenstellung von Azaleen-Sorten ist generell zu beachten, daß viele sehr kräftige Blütenfarben aufweisen, was bei wahlloser und zu bunter Kombination oft unharmonische Bilder ergibt.

Die meisten der sommergrünen, zum Winter das Laub abwerfenden Knap-Hill-Azaleen erfreuen uns im Oktober/November, manchmal noch länger, mit ihrer prachtvollen Herbstlaubfärbung: die Farbskala reicht von Gelb und Orange über Rot bis hin zum Bronzerot und verleiht dem Garten in der sonst so trüben Jahreszeit herrliche Farbeffekte. Die Farbintensität ist allerdings stark abhängig von Standort und Witterung, wobei sonnige Herbsttage und kalte Nächte besonders fördernd auf die Ausfärbung wirken.

zurück zur Übersicht