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Japanische Azaleen

Die Botaniker führen die Gattung Azalea bereits seit über hundertfünfzig Jahren unter der Gattung Rhododendron. Ungeachtet dessen hält sich hartnäckig im alltäglichen Sprachgebrauch unter den Gärtnern und Liebhabern die Bezeichnung Azalea für wintergrüne bzw. halbimmergrüne, niedrigwachsende Hybriden.

Unter dem Sammelbegriff Japanische Azaleen werden niedrig bleibende, kleinblättrige Azaleen zusammengefaßt, deren Belaubung in Mitteleuropa meist wintergrün ist, d.h. die Pflanzen verlieren spätestens im Frühjahr mit dem neuen Laubaustrieb das alte Laub.

Sie behalten je nach Sorte in milden Wintern etwa ein Viertel der Belaubung, in kälteren und vor allem schneearmen Wintern nur etwa 5 %. Deshalb ist gegen Wintersonne und stürmische Winterwinde besonders bei jüngeren Pflanzen leichter Schutz durch Abdeckung mit Fichtenreisern o. ä. empfehlenswert.

Die Blütezeit erstreckt sich meist je nach Sorte von Anfang Mai bis Ende Juni. Die Pflanzen werden selten höher als 1 Meter. Die Blüten weisen ein Farbspektrum von weiß über alle Pastelltöne auf. Neuerdings gibt es auch gefülltblühende Sorten.

Die meisten Sorten sind in Europa entstanden, haben ihren Ursprung jedoch in Arten, die überwiegend in Japan beheimatet sind (z.B. Rh. kiusianum, Rh. kaempferi). In Katalogen werden meist der Einfachheit halber klein- und großblumige Hybriden unterschieden, es läßt sich bei den meisten älteren Sorten jedoch auch eine Einteilung in mehrere Gruppen wie Diamant-Azaleen, Kaempferi-Hybriden, Aronense-Hybriden u.a. vornehmen. Moderne, aus Sortenkreuzungen entstandene Hybriden, z.B. von Hans Hachmann, Barmstedt, lassen sich meistens nicht mehr bestimmten Gruppen zuordnen.

Japanische Azaleen eignen sich besonders gut für Gruppen- und Vorpflanzungen, sind aber auch im Einzelstand äußerst wirkungsvoll in Heide-, Japan- oder Steingärten, in Pflanzkübeln und Steintrögen, auf Terrassen und ähnlichen Standorten, sollten jedoch etwas windgeschützt stehen. Ebenso zählen schmale Rabatten an Hauswänden oder Gartenmauern zu den bevorzugten Pflanzplätzen für diese niedrigwachsende Hybridengruppe. Ein halbschattiger Standort verhindert das insbesondere bei älteren Sorten auftretende Ausbleichen der Blüten.

Im Verbund mit immergrünen Laub- und Nadelgehölzen kann darüber hinaus eine Azaleen-Pflanzung hohen ästhetischen Effekt erzielen – die Japaner sind hier unsere Lehrmeister: Japanische Azaleen, gepflanzt am Rande selbst kleiner Wasserflächen oder –läufe sind an solchem Standort von einzigartiger Ausdruckskraft.

Viele der laubabwerfenden Japanischen Azaleen erfreuen uns im Oktober/November, manchmal noch länger, mit ihrer prachtvollen Herbstlaubfärbung. Die Farbskala reicht von Gelb und Orange über Rot bis hin zum Bronzerot und verleiht dem Garten in der sonst so trüben Jahreszeit herrliche Farbeffekte. Die Farbintensität ist neben der Sorte allerdings stark abhängig von Standort und Witterung, wobei sonnige Herbsttage und kalte Nächte besonders fördernd auf die Ausfärbung wirken.

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